Franzoni schnappt Odermatt Streif-Sieg weg - Vogt überrascht
Der Schweizer Ski-Held Marco Odermatt ist wieder am ersehnten Abfahrtssieg auf der Streif vorbeigerast - und diesmal war es so knapp wie nie: Beim legendären Speed-Highlight in Kitzbühel musste sich der Weltmeister von 2023 mit sieben Hundertstel Rückstand auf Italiens Aufsteiger Giovanni Franzoni zum dritten Mal in seiner Karriere mit Platz zwei am Hahnenkamm geschlagen geben. Am Vortag hatte Odermatt noch den Super-G dominiert.
Das am Freitag noch so schwache deutsche Teams durfte über den achten Platz von Luis Vogt jubeln. Mit der Startnummer 40 fuhr der 23-Jährige zu seinem mit Abstand besten Weltcup-Ergebnis - das hätte für die direkte Olympianorm gereicht.
Franzoni gelang mit Startnummer zwei eine Traumfahrt, an seine 1:52,31 Minuten kam nur noch Odermatt mit der Nummer zwölf heran. "Es ist verrückt, ich zittere am ganzen Körper", sagte Franzoni in der ARD. Der Franzose Maxence Muzaton, als 29. ins Rennen gegangen, lag zur Streckenhälfte mehr als eine halbe Sekunde vor Franzoni und auch noch bei der vorletzten Zwischenzeit vorne, letztlich reichte es zu Platz drei (+0,39).
Franzoni sorgte für den ersten Sieg des italienischen Teams beim berühmtesten Abfahrtsrennen der Welt seit Dominik Paris 2019. Der 24-Jährige hatte erst in der Vorwoche beim Super-G in Wengen seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert, nun gelang ihm ausgerechnet auf der größtmöglichen Bühne und vor Promis wie Arnold Schwarzenegger, Bernie Ecclestone, Jürgen Klopp und Zlatan Ibrahimovic der erste Abfahrtserfolg.
Sieben Weltcup-Abfahrten hat Odermatt bereits gewonnen, in Kitzbühel will es aber nicht klappen - entsprechend angesäuert zeigte sich der Dominator nach dem Rennen. 2022 war er mit 21 Hundertsteln hinter Landsmann Beat Feuz Zweiter geworden, zwei Jahre später lag er in der zweiten Abfahrt satte 91 Hundertstel hinter dem Franzosen Cyprien Sarrazin, nachdem er am Vortag Dritter geworden war.
Einen Tag nach dem deutschen Debakel im Super-G fuhr Vogt, dessen bestes Weltcup-Ergebnis zuvor ein 16. Platz war, noch in die Top 10 und lag nur 85 Hundertstel hinter Franzoni. Simon Jocher kam auf Platz 30. (+1,99 Sekunden). Romed Baumann verpasste ein gutes Ergebnis klar. Der 40-Jährige, der 2008 noch für Österreich in Kitzbühel debütiert hatte und 2012 Zweiter geworden war, hatte als 43. 2,64 Sekunden Rückstand.
Chancenlos war auch James Crawford. Der Überraschungssieger des Vorjahres kam mit 1,65 Sekunden Rückstand auf Platz 21.
F.Quispe--ECdLR